Proteste für Millionen
Keine Ahnung woran das liegt, aber in letzter zeit mache ich mir doch recht viele Gedanken über gesellschaftliche Themen wie Arbeitskultur und soziale Gerechtgkeit. Jetzt, wie “Die Krise” in vollem Gang ist, lese ich häufiger von Massenentlassungen. Wenn es so viele Konzernchefs wie Arbeiter gäbe, könnte man glaube ich auch in den Chefetagen von Massenentlassungen sprechen. So rollen eben nur ein paar Köpfe, die genau so viel kosten wie die Arbeitslostigkeit tausender.
Während das Entlassungschreiben für einige eine persönliche Katatrophe ist, bekommen die “Verantwortungsträger” für ihre Verantwortungslosigkeit noch Millionen Abfindungen gezahlt. Bei den Abfindungen der Arbeiter dagegen wird wegen der Spaßmaßnehmen um jeden Euro gekämpft. So gingen in den letzten Wochen die Arbeiter von Micherin auf die barrikaden und hielten ihre Chefs sogar fest um ihre Arbeitsplätze zu retten. In einem anderen französischen Betrieb drohten die Arbeitnehmer sogar mit der Sprengung der Produktionshalle, wenn die Firme ihnen keine angemessene Abfindung in Höhe von 30000€ zahlt. Im Verhältnis zu Ex-Porschevorstands Wiedekings 250 Mio ein geradezu lächerlicher Betrag (Quelle: Spiegel-Online). Wie gut, dass wir wenigstens wissen wo das ganze Geld bleibt, für das die Arbeiter kämpfen müssen.
Obwohl Gesine Schwan vor einigen Monaten die Revolution heraufbeschworen hat, scheint die deutsche Arbeitnehmerschaft alle Entlassungen eher mit Fassung zu tragen. Dass es aber geradean sozialen Brennpunkten bodelt, zeigt ein fernsehbericht von gestern Abend in dem über Anschläge auf kuxuriöse Eigentumswohnungen in Berlin-Kreuzberg ging. Die zu schicken Apartments renovierten Altbaten erregen die Gemüter von linken Aktivisten, die ihrem Unmut über diese klaffende soziale Lücke mit Bransätzen und Parolen Luft machen.
Im Spiegel-Spezial “Wir Krisenkinder” wird kritisiert, dass die Ungerechtigkeit am Arbeitsmarkt von uns als unabdingbar hingenommen wird. Um mir mal an die eigene Nase zu fassen – wenn ich zwischen ALG2 und einem Praktikum wählen kann, entscheide ich mich schon aus ethischen Gründen lieber für letzteres. Ich glaube zwar nicht, dass es meine Chancen am Arbeitsmarkt erhöht, andererseits ist es besser überhaupt irgendwas zu tun. Die Idee mit der leistungsorientierten Beazhlung ist sowieso Quatsch. Wenn wir auf einer Grundlage messen, die garnicht messbar ist kommat natürlich auch nichts gerechten dabei heraus. Den Beweis, dass die Hochbezahlten auch die Leistung brigen (und im Bezug aus was eigentich?), welche ihre Gehälter rechtfertigt, werden sie uns wohl schuldig bleiben.




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