Danke Kristina
Ein Mädchen aus gutem Hause wird an die Uni geschickt und studiert dort ein Laberfach. Und weil sie noch Kohle übrig hatte, schreibt sie noch eine Plagiation – äh Promotion – darüber und lässt sich dann erst mal ordentlich feiern (oder lässt schreiben, aber wer will sich schon mit solchen Kleinigkeiten aufhalten?!). Dann schleimt sie sich bei CDU nach oben und landet schließlich als Quotenfrau im Familienministerium. Na, wisst ihr, wen ich meine?
Wer könnte es wohl besser nachvollziehen wie schrecklich das Leben einer Quotenfrau doch ist. Es ist sogar so schrecklich, dass man in seiner Verzweiflung einem überflüssigen Buch schreiben muss, indem sie ganz nebenbei ihr Scheitern im politischen Amt dokumentiert. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist sogar so verzweifelt, dass sie ihr eigenes Amt in beispielloser Selbstlosigkeit an die Ablehnung einer gesetzlichen Frauenquote knüpft. Stattdessen kämpft sie für Gleichberechtigung, indem sie Prämien für Leute zahlen, will die keinen Kita-Platz beanspruchen und erklärt und, dass Frauen selbst dafür verantwortlich seien, dass sie in Führungsetagen unterrepräsentiert sind. An solche Konservativen Äußerungen trauen sich nicht einmal mehr die größten Ober-Machos von der FDP. Diese Polemik vom Postfeminismus erinnert mich stark, an die pseudo-Gleichberechtigung in den USA und ich muss mich ernsthaft fragen, inwiefern diese Ministerin die Interessen von Frauen und Familien unterstützt. Untergraben wäre hier wohl die passendere Bezeichnung.
Ja, sie kann einem schon leidtun, die Kristina. Da sitzt sie nun in ihrer Villa herum und ist dabei so sehr mit ihrer eigenen Karriere beschäftigt, dass sie ganz übersehen hat, dass nicht alle Frauen in Deutschland so gute Chancen hatten wie sie. Aber es ist schließlich nicht ihr Problem, dass Frauen bei gleicher Ausbildung immer noch weniger verdienen als Männer. Und auch, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Mütter zermürbend ist, kann sich jemand der eine private Nanny hat natürlich nicht vorstellen. Ist ja schließlich ein toller Deal: Die Frauen verzichten einfach auf den ihnen zustehenden Betreuungsplatz und bleiben daheim. Das ist völlig ok, denn Frauen haben ja schließlich ohnehin ganz andere Ziele als Männer. Und sollte einer doch zufällig mal das gleiche Ziel haben wie ein Mann, dann muss sie eben auf Kinder verzichten. Und wenn Frauen einfach weiterhin durch gesellschaftlichen Druck von Führungspositionen ferngehalten werden, dann können die Führungsetagen weiterhin ihren Stiefel machen und nach einer Frauenquote fragt dann auch keiner mehr. Schließlich sind die Frauen ja selbst schuld, wenn sie es nicht schaffen.
Das Kristina konnte das natürlich nicht passieren, weil sie alles richtig gemacht hat. Sie wurde in die richtigen sozialen Verhältnisse hinein geboren, kennt dadurch die richtigen Leute und hat durch Frauenquoten (denn das ist die Gleichstellungsklausel de facto ja) einen Job, mit dem sie ausgesorgt hat. Im Leben hat alles einen Preis. Emanzipation muss man sich eben leisten können.
Danke Kristina, aber unsere Rolle in der Gesellschaft definieren will selbst.
Facebook
MySpace
Technorati
Amazon Wishlist
Twitter
Xing
Google Profile
Orkut