Die Schnabelforelle

Ein in schnell fließenden Datenstömen heimischer Netzfisch

BÄM!

August16

Schöner Seitenhieb von Spiegel online über die meiner Meinung nach völlig überzogene Debattte über Datenschutz und Google Streetview. Da regen sich Leute, die davon keine Ahnung haben, mal wiedre über sinnlose Dinge auf, um von ihrem eigenen Unvermögen abzulenken:

“Da auch ihr Haus von Google-Kameras erfasst worden ist, will Aigner schon nächste Woche dort ausziehen und das Haus in die Luft sprengen lassen. Aigner erklärte, sie sehe keine andere Möglichkeit, der Missachtung des Datenschutzes durch Google Einhalt zu gebieten. Sie werde fortan in einer Erdhöhle im dunklen Wald hausen. Gleich nach der Sommerpause will Aigner zudem ein Gesetz auf den Weg bringen, das eine flächendeckende Sprengung aller von Google-Kameras erfassten Gebäude bis 2012 vorsieht. Die Spur der Verwüstung, die sich dann durch Deutschland ziehen werde, werde über kurz oder lang zwangsläufig dazu führen, dass Google von seinem schändlichen Treiben ablassen werde, so Aigner. Der Google-Konzern erklärte auf Anfrage, jetzt erstmal den Namen "Aigner" googlen zu wollen.”

EeePC jetzt verchromt

February2

Die Klausurenpahase ist nicht nur im Hinblick auf das allseits beliebte Bulimie-Lernen eine sehr produktive Zeit. Gerade wenn der Druck steigt und sämtliche beschäftigungen einen zwanghaften Charakter bekommen, wird auch jede Form der Ablenkung plötzlich sehr attraktiv. Aus diesem Grund finde ich vor Allem zur Klausurzeit die Motivation, mit irgendwelchen Gadgets herum zu experimentieren.

Etwas, das sich schon seit einigen Wochen vor hatte ist, die Chrome OS Beta mal gründlich auszutesten. Online finde sich je meiste nur der Quellcode und einige fertige Images für VM-Ware. Nach enigem Suchen bin ich aber doch auf eine Möglichkeit gestoßen, wie sich Chrome OS als Betriebssytsem fest installieren lässt.

chrome-os-apps-535x400

Installation

Dazu nehme man ein VM-Ware Image (zB von gdgt) und das Tool WinImage. Wer sich keinen Account bei gdgt machen will und ein Linux zur Hand hat, kann auch einfach den Quellcode bei Google herunter laden und sein Image selbst bauen. Eine Anleitung dazu legt Google bei.

Das VM-Ware Image muss zunächst mal in bootbarer Form auf einen USB-Stick gelangen. Dazu benutzt ihr WinImage. Mountet den USB Stick und startet dann WinImage. Unter Windows7 müsst ihr das direkt mit dem Administrator-Account tun. WinImage kommt mit UAC nicht zurecht. In WinImage einfach Disk->restore Image von Physical Drive auswählen und den Anleitungen des Wizards folgen.

Nun könnt ihr den EeePC vom USB-Stick booten. Da das Wlan nicht sofort funktioniert, solltet ihr den EeePC an das Netzwerk anschließen. Zum Login benötigt ihr euren Google-Account.

Jetzt, da Chrome schonmal läuft, könnt ihr es fest auf den Rechner installieren. Dazu müsst ihr nun ein kleines bisschen Konsolen-Magic auspacken. Zunächst müsst ihr eine Konsole öffnen:

Crtl + Alt’ + T

Danach ruft ihr das installations-Skript auf. Dafür ist das root-Passwort nötig. Für das VM-Ware Image von gdgt lautet es chronos.

/usr/sbin/chromeos-install

Die installation dauert auf meinem EeePC 901 etwa 20 Mins. nachdmem die Installation beendet ist, entfernt ihr den USB-Stick und startet ihr den EeePC neu. Chome OS bootet nun von der SSD aus.

Da ihr sicher nicht wollt, dass jeder Pansen euer Root-Passwort in meinem Blog nachlesen kann, rate ich euch das Passwort nach der installation zu ändern. Dazu braucht ihr wieder eine Konsole:

Crtl + Alt’ + T

sudo mount –o remount /

sudo passwd root

Jetzt könnt ihr einfach ein neues Passwort abgeben und mit Enter bestätigen. Fertig ist die Chome OS-Installation auf dem EeePC . :)

Review

Wer schon einmal mit dem Browser Chrome gearbeitet hat, der findet sich auch bei Chome OS schnell zuecht. Im Grunde ist das Google-Betriebssystem nichts weiter als ein aufgebohrter Browser.

Klassische Programme kennt Chrome OS ebenso wenig wie lokale Dateien. Sämtliche dieste werden mit Hilfe von Apps über Webdiester gestartet. So kann man mit dem Picasa App zum Beispiel seine Bilder hochladen, freigeben und rudimentär bearbeiten. Auch ein Facebook-App und eine Googlemail-App fehlen nicht. Sollte der Anwender doch irgendeinen Dienst vermissen, so lassen sich online alle möglichen weiteren Apps nach installieren.

Weil es so klein ist, läuft Chome OS selbst auf langsamer Hardware, wie dem EeePC sehr schnell. Auch die Bootzeit von etwa 8 Sek ist nicht nur flink, sondern auch parktisch. Mit Chome OS ist der EeePC der perfekte Begleiter, wenn es nur darum geht, mal eben die Mail zu checken oder mal eben ein bisschen bei Spiegel.de vorbei zu surfen.

Chome OS gleicht sämtliche Daten mit Google ab. So habe ich mein Adressbuch, meine Emails und Google-Docs immer dabei. Ein Wort der Warnung ist hier auch angebracht: Chrome OS ist im Grunde ein Frontend für Google und macht nur wirklich Spaß, wenn man viele Google Dienste benutzt. Alle diejenigen, die Google für den Teufel halten, wären aber wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, Chome OS zu benutzen.

Ich persönlich finde den ersten bootfähigen Browser von Google richtig klasse. Nach den Klausuren werde ich mir mal ein eigenes Image zusammen bauen. Das fertige image von gdgt ist nämlich leider schon ein paar Monate alt. Ich bin wirklich neugierig, was sich seit November letzten Jahres bei Chrome OS alles getan hat.

Flutwelle, Tsunami, Wave

November17

Alldieweil wird viel geschrieben und noch mehr gelesen über Googles neues Wundermittel gegen all die lustigen und zeitraubenden Onlinedienste, mit denen derzeit viel Geld gemacht wird. Das Zauberwort heißt “Wave”.

Jeder redet darüber, jeder warten auf seine Einladung und ein paar hatten bereits die Ehre. Seit Samstag gehöre auch ich zum kreis der “Waver” und weis eigentlich gar nicht wieso es einen solchen Dienst nicht schon viel früher gab. An dieser Stelle ist die Frage danach, was dieses Wave nun eigentlich ist, angebracht.

Die Antwort ist gar nicht so einfach. Wave ist Email, Wave ist Instant Messenging, Wave ist Twitter, Wave ist ein Forum, Wave ist Flickr, Wave ist Facebook. Wave ersetzt keinen der aufgezählten allseits beliebten Dienste. Aber es ist das beste aus all diesen Welten.

Beliebig lange Nachrichten werden in Echtzeit versendet. Das Versenden fühlt sich dabei an, wie Twitter oder ein Chat. Wenn zwei gleichzeitig online sind, kann ich wie beim Instant Messenging die Aktivitäten meiner Chatpartner live sehen. Wie in einem Forum werden die Nachrichten übersichtlich gespeichert, sodass sich auch nach Wochen noch nachvollziehen kann, worum es ging. Es gibt die schönen Klick-Spiele von Facebook und die Bildergalerie von Flickr.

Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass ich leider nur 8 Einladungen habe. Außerdem werde ich in meinem Umfeld noch etwas Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit sich die Herrschaften einmal damit beschäftigen. Sobald Wave für alle geöffnet wird, setzt es sich hoffentlich durch. Google hat es wieder mal geschafft. Was mir jetzt noch fehlt, ist ein Android-Handy…