Die Schnabelforelle

Ein in schnell fließenden Datenstömen heimischer Netzfisch

Arbeitskraft im Ausverkauf

October10

Die auflagenstärkste deutsche Zeitung titelt heute “Lohn-Sauerei: Erste Chefs zahlen nur 1,50€ pro Stunde”. Zwar ist esschon fast ein Outing, öffentlich zuzuegeben, dass man diese Zeitung liest, aber nun ist es ja endlich raus.: Ja, ich lese Bild-Schlagzeilen. Und genau diese Schlagzeile war es, die mich daran erinnert hat, dass ich ja eigentlich noch etwas anderes bloggen wollte…

Ich war am Donnerstag im Supermarkt meines Vertrauens einkaufen, als ich ein Plakat von “Pit Stop” gesehen habe, das mich zum Nachdenken angeregt hat. Neben den üblichen saisonalen Sonderangeboten für Winterreifen und eine Klimainspektion (was immer das ist), gab es auch ein Plakat auf dem mit 50% günstigeren Arbeitstunden geworben wurde.  Ich weis zwar nicht, was der durchschnittliche Mechaniker bei Pit Stop pro Stunde verdient, ich kann mir aber vorstellen dass der Monatslohn wohl nicht gerade für die Luxusyacht auf Sylt ausreichen wird. Ich habe mich gefragt, ob die Mechaniker von Pit Stop dise Werbeaktion wohl auch so super finden, wie die PR-Abteilung dieses Unternehmens.

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Wir diskutieren derzeit über Mindestlöhne und darüber, dass Arbeitnemer trotz Vollzeit-Jobs noch mit Hartz4 bezuschusst werden müssen, weil ihr Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Diese tatsache ist nichts Neues. Umso wichtiger finde ich, dass dieser Misstand endlich einmal von der Presse mit der Aufmerksameit bedacht wird, die er braucht. Da bereichern sich Privatunternehmen an öffentlichen Geldern, indem sie darauf vertrauen dass sie ihren Angestellten weniger zahlen, als zum überleben notwendig ist. Der Staat steuert ja den Rest zu. Und alle, die Geiz immernoch geil finden unterstützen diese Ausbeute auch noch.

Über Werbeslogans lässt sich ja streiten. Zumal sie ja häufig absichtlich zu Kontroversen abstacheln sollen.  Doch im Gegensatz zum nach einem Planeten unseren Sonnensystems benannten Elektronikfachmarkt, bekommt Pit Stop damit nicht die Kurve. Günstige Winterreiten inklusive Montage dank Ausbeutermethoden. Das ist ehrlich – und bitter.

Das Plakat hängt heute übrigens nicht mehr. Vielleicht haben sich ja noch andere daran gestört.

Hardwaremäßig verqickt

July27

piggy bankNachdem ich schon seit wüber zwei Monten auf meinem Notebook Quicken 2010 für meine Bankgeschäfte benutze, wollte ich es heute auch auf meinen “Dicken” installieren. Dort sitze ich eigentlich viel häufiger, wenn ich zuhause bin. Da ich die meisten Online-Bankgecshäfte von daheim aus erladige, wäre es eigentlich viel praktischer gewesen, die Software auf dem PC zu haben und falls es trotzdem mal ganz fix gehen muss, auch vom Notebook aus, eine Überweisung zu tätigen.
Doch wie das immer so ist, hat sich das “Mal eben Quicken auf den Dicken drauf packen” zu einer größen Aktion gemausert. Die Installation der Software auf zwei Rechnern gleichzeitig funktioniert nämlich nicht! Solche “kundenfreundlichen” Linzenzmodelle in denen der Anbieter seinen Generalverdacht gegen all seine ehrlichen Kunden äußert, gibt es ja inzwische leider recht häufig. In der Regel sind die Hersteller aber wenigstens so fair und vermerken derartige Beschränkungen auf der Verpackung der Software. Da auf der Packung von Quicken ein derartiger Hinweis nicht zu finden war, habe ich mich dafür entschieden es den Konkurrenzprodukten von Wiso etc. vorzuziehen.

Von Microsoft bin ich es gewöhnt, dass ein Anruf bei der Hotline solche Probleme ganz einfach lösen kann. Daher habe ich gleich bei Lexware angerufen und darum gebeten, mir die Software bitte freizuschalten. Der Support allerdings zeigte sich in keinster Weise kooperativ und bot mir lediglich an, eine weitere Version von Quicken für meinen zweiten Rechner zu installieren. Auf die Nachfrage, ob Lexware so etwas kundenfreundlich nennt kam nur die Antwort, dass ein entsprechende Hinweise sowohl in der EULA als auch auf der Verpackung zu finden sei. Abgesehen davon, dass auf der Verpackung eben kein Hinweise zu finden ist, halte ich es für eine Frechheit eine solch starkte Einschränkung erst in der EULA zu erklären. Da ich das Paket dann ja bereits geöffnet habe, kann ich es dann ja nichtmehr bei MediaMarkt zurück geben.

Auf Werbe-Deutsch umschreibt Lexware die einmalige Installation übrigens mit der Fußote “Produktaktivierung erfdorderlich”. Wenn ich in Zukunft also so einen Satz auf der Verpackung einer Software lese, werde ich die Finger davon lassen. Microsoft und BitDefender schreiben das wenigstens so, dass ich das Produkt nciht erst kaufen muss um festzustellen, dass mit ein X für ein U vorgemacht wurde.

Schade ist, dass Quicken eigentlich wirklich eine Nette Software ist. Nachdem ich aber nun weis, was für ein unfaires Lizenzmodell dahinter steckt, werde ich mir keine Nachfolgeversion mehr kaufen. So etwas kann sich Lexware zwar erlauben – bei mir funktioniert das aber nur genau ein Mal.