Die Schnabelforelle

Ein in schnell fließenden Datenstömen heimischer Netzfisch

Eine Lanze für das Internet

August11

Spiegel-Online spricht mir mit einem aktuellen Artikel in der Rubrik “Netzwelt” Wirklich aus der Seele. Nachdem das böse und überausgefährliche weltweite netzwerk ja aktuell zu Wahlpropganda-Zewcken mit negativer Kritik überhäuft wird, sorgt so ein Artikel für Abwechslung. Zu den 10 Thesen zum Thema Internet, die vorgestellt werden, kann ich im Prinzip nurnoch sagen: stimmt!

Besonders wichtig finde ich die folgende Aussage: “Diesem fundamentalen Wandel jedoch mit einer prinzipiellen Abwehrhaltung zu begegnen, mit Rückzugsgefechten und ständigen Verweisen auf die gute alte Zeit, bringt rein gar nichts.”

Derweil wird nicht nur fröhlich weite rüber verklagte Raubkopierer berichtet, sondern auch darüber, wie die Buchverlage gerade fleißig dafür sorgen, dass das digitale Buch mäßigen Erfolg haben wird. Während Sony gerade mit einer Preisoffensive versucht, seine E-Book leser in den USA an den mann zu bringen, wollen die Verlage die veröffentlichung von E-Books gegenüber der Printausgabe verzögern und verlangen außerdem für die digitale Ausgabe den gleichen Preis wie die geduckte Ausgabe.  Schuld daran, dass diese Idee derzeit nicht so richtig funktionieren will, sind natürlich ncht die verlage selbst, sondern die Kunden, die nicht berit sind für die Leistungen der Autoren zu bezahlen. Komisch nur, dass auf der Anklägerseite mal wieder garkein Autor vertreten ist…na sowas!

Amazon kauft ein

July28

Die Wirtschaftskrise scheint bisher bei Amazon noch nicht angekommen zu sein. Wie bei Meet the Boss heute zu lesen ist, hat sich der virtuelle Kolonialwarenladen für 928 Millonen US-Dollar den Schuhhändler zappos.com unter den Nagel gerissen.

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Frei nach dem Motto: “Wenn du sie nciht schlagen kannst, dann kaufe sie eben” geht Amazon ja bereits seit einigen Jahren vor. Um das Angenot von Büchern auf andere Waren zu erweitern, hat Amazon ja in der Vergangenheit nicht nur direkte Konkurrenten aufgekauft, sondenr auch Online-Händler mit anderen Warenschwerpunkten. Zappos.com reiht sich zwar bisher als größter, nicht jedoch als einziger Fisch in die Parade der Amazon-Kinder ein. dazu wurde bei Meet the Boss eine Grafik veröffenlich, die das aktuelle Amazon-Netzwerk auf anschauliche und irgendwie bedrohliche Weise zeigt.
Das erinnert mich an einen Kurzilm, der auch irgendeinen preis gewonnen hatte. In dem Film ging es darum, das Leben in der nahem Zukunft darzustellen. Dieser Film berichtete davon, dass wir alles bei Amazon kaufen, was man sich so vorstellen kann weil es sonst keine Online-Händler mehr Gibt. Ich sehe schon: der Film hatte vielleicht garnicht unrecht. Wer weis…

Amazons Kill-Switch die Zweite

July22

Nachem ich gestern den zum nachdenken anregenden Artikel auf Spiegel-Online kommentiert habe, in dem über das Löschung von e-Books auf dem Kindle berichtet wurde, gibt es heute ebenfalls auf Spiegel-Online einen Folgeartikel zu dieser Thematik. Was dort geschrieben steht klingt schon fast apokalyptisch, ist doch aber im Grunde nichts Neues.

Mir ist klar, dass Kunden selten die Lust dazu haben, die seitenlange EULAs und Datenschutzerklärungen zu studieren, gerade wenn ein neues Spielzeug auf dem Tisch liegt, dass unbedingt ausprobiert werden möchte. Der neue iPod ist nicht nurakut ungleich interessanter, sondern jetzt da das Spielzeug ja schon auf dem Tisch liegt, will man es ohnehin nicht mehr hergeben. Wir schätzen unseren eigenen Besitz immer als wertvoler ein als er tatsächlich ist – einfach Psychologie. Selbst wenn der Kunde die EULA also kennt, wird er die Dienste und Geräte trotzdem nutzen – Apple und Microsoft, aber auch Google und Facebook wissen das!

Aplle filtert alle Apps für das iPhone vor der Veröffnetlichung. Im Grunde ist das Zensur. Aufregen tut es niemanden, denn immerhin ist ein iPhone nicht nur irgendein Handy sondern ein Fashion-Statement. Wir nehmen sämtliche Enschränkungen durch die Anbieter demnach billigend in Kauf, wenn das Angebot nur verlockend genug ist. Andere Beispiele hierfür sind der Blackberry oder der oben zitierte Kindle. Wer diese Dienste nutzt, darf sich nicht über die totale Überwachung beschweren. Ebsnsowenig darf er sich über die chinesische regieung beklagen, die genau solche Dienst nutzt, um Bürgen zu überwachen.

Wenn etwas technisch möglich ist und jemand daran ein Interesse hat, dass wird es früher oder später auch umgesetzt. Wer so etwas nicht möchte, muss auf die zur Überwachung genutzte Technik verzichten. Aber wollen wir das überhaupt?

Der Kill-Switch

July21

Gestern kam eine meldung über Spiegel-Online, die ich schon länger habe kommen sehen. Amazon hat auf Anweinsung des Rechteinhabers der beiden Bücher von George Orwell “1984″ und “Animal farm” alle über den Kindle verkaufen Ausgaben gelöscht. Die Käufer haben sich darüber natürlich sehr gewundert – immerhin haben sie die Bücher ja völlig legal von Amazon erworben und außerdem bereits bezahlt! Wer aber nun davon ausgeht, das gekaufte Medium auch uneingeschränkt nutzen zu können, hat seine Rechnung ohne die Publischer gemacht, die aus Angst vor bösen Raubkopierern ihren ehrlichen Kunden einige Nachteile zumuten.
Sei es DRM bei legalen Musik-Downloads, Raublopierer-Antwerbung im Kino oder die nervige Online-Aktivierung bei PC-Spielen. Offensichtlich halten die Publischer ihre Kunden alle für Kriminelle, die ständig überwacht werden müssen. So bequen die angeboteenen Dienste auch sind, so bekommen zahlende Kunden immer wieder halbe Sachen verkauft. Und so schnell das Werk auf dem Endgerät war, so schnell ist es offensichtlich auch wieder weg. Ganz so wie es den Publischern gerade gefällt.
Die Zugeständnisse, die Apple gegenüber den Publishern machten musste, um seine Musik DRM-Frei anbieten zu dürfen führten sogar zu Umsatzrückgang. (Quelle: apfelnews.de) Die geforderten Abgaben wegen der befürchteten Raubkopien und die damit verbundene Preiserhöhung im iTunes-Store stößt beim Kunden auf Unverständnis. Das schadet am Ende allen: den Händlern, den Künstlern und den Publishern selbst. Für Amazon bedeutet der Vorfall jede Menge schlechte Presse und für Autoren und und Publisher vielleicht weniger verkaufte Exemplare. Ausgetragen wurd das alles auf dem Rücken der Kunden, die nun ohne ihr Buch und ohne ihr Geld dastehen. Hier wird Kundenfreundlichkeit nur groß geschrieben, weil es ein Substantiv ist.

Interessant ist, dass es garnicht die eigentlichen geistigen Eigentümer, nämlich die Urheber der Werke sind, die auf solchen Blödsinn durchsetzen. Durch das Internet wird die direkte Vermarktung von geistigem Eigentum möglich, sodass die Publisher wohl zu Recht um ihre Daseinberechtigung fürchten. Aber wer will schon ein Buch kaufen, in dem das Ende fehlt, weil der Verkäufer Angst hat, man könne es gebraucht weiter verkaufen oder einem Freund ausleihen?
Die Verkaufszahlen indes geben eigentlich gar keinen Grund zur Sorge. Der Kindle ist ein Verkaufsschlager (Quelle: heise.de) und viele Leute haben es bedauert, dass er derzeit nur in den USA verkauft wird. Im letzten Jahr stieg der Absatz von e-Books um über 200%. (Quelle: lesen.net) Alle diese Medien wurden legal erworben – von Kunden die bereit sind für geistigen Eigentum Geld zu bezahlen! Warum die Publisher also glauben, die Kunden würden sie bestehlen, bleibt wohl deren Geheimnis.
Offensichtlich wird es also mal wieder Zeit für eine angemessene Vertraunesbasis und ein faires Angebot – dann klapppts auch mit den Downloads.