February7
Es gibt Filme, die vor vorne herin dazu gedacht sind, einen zweiten Teil zu drehen. Deren Ende wiedrum ist ebenso offen wie unbefriedigend, wie es bei der Neuauflage des Detektivklasikers Sherlock Holmes zu bewundern ist. Zwar wird der Verantwortliche für die Serie an den scheinbar übernatürlichen Vorfällen dingfest gemacht, der drahtzieher des ganzen bleibt aber auf freiem Fuß.
Der neueste Fall des des Meisterdeketivs Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) fährt Holmes und Watson (Jude Law) tief in die Unterwelt Londons, wo ein religiöser Fanatiker dunkle Rituale durchührt. Diese Rituale haben für den sinisteren und aalglatten Lord Blackwood (Mark Strong) zum Ziel, die Weltherrschaft an sich zu reißen – “ Hollywood kann ja so originell sein. Nach einigen wilden Verfolgungsjagten und toller Action schaffen es Haudegen Holmes und sein widerwilliger Partner Watson, den seltsamen Fall aufzuklären.
Robert Downey Jr. schafft es, die angestaubte Romanfigur Holmes in ein ganz neues Licht zu rücken. Hin und her gerissen zwischen Adrenalinsucht und Genialität, pfeift der Detetkiv auf das Establishment und lebt sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen. Holmes ist ein getriebener Charakter, der niemals zufrieden ist mit sich selbst. Holmes Mitbewohner Watson dagegen ist ein pragmatischer und geradliniger Mensch. Eigentlich möchte er nichts weiter, als ein bürgeliches Leben mit seiner zukünftigen Frau Mary führen. Seine Freundschaft zu Holmes führt Watson aber immer wieder in brenzlige Situationen, in denen die beiden zusammen halten müssen.
Wegen der Entwicklung vielschichtigen Charaktere braucht die Handlung des Filmes etwa eine halbe Stunde, bis sie richtig Fahrt aufnehmen kann. Dann aber erwartet den Zuschauer ein spannender Krimi in dem es knallt, zischt und dampft. Auch wenn wir in der Neuauflage nicht dem Holmes zu sehen bekommen, den wir erwarten, lohnt sich der Film trotzdem. Besonders empfehlenswert ist auch der Soundtrack. Da hat Hans Zimmer wirklich ganze Arbeit geleistet. Und jetzt ab ins Kino
January12
Ich habe für mein Review zu James Cameron’s Avatar etwas Kritik geerntet. Ein Leser schrieb, dass er meine Kritik für unangebracht hält und glaubt, ich habe mich zu sehr von den Kritiken in großen Magazinen beeinflussen lassen.
Ich möchte natürlich jedem seine Meinung lassen und freue mich sehr über jeden Kommentar in meinem Blog. Alles in Allem hat mir Avatar übrigens auch sehr gut gefallen. Das hatte ich ja auch geschrieben. Auch die bisher über 5 Mio Zuschauer (Quelle: spiegel.de ) sprechen ja eindeutig für Avatar.
Die frappierende Ähnlichkeit der geschichte zu Pocahontas ist trotzem nicht zu leugnen (Disneys: Pocathontas war auch ein toller Film). Ich habe mal ewas “Beweismaterial†besorgt:

December26
10 Jahre hat es angeblich gedauert, von der Idee zum Film bis hin zur opulenten Umsetzung. Und an der wiederum gibt es wirklich kaum etwas auszusetzen. Die 3D-Version von “Avatar – Aufbruch nach Pandora†ist technisch beeindruckend.
Die Charaktere sind erstaunlich flüssig und glaubwürdig animiert und die durch das dichte Blätterdach einfallenden Sonnenstrahlen spiegeln sich in realistischer Weise im Wasser und auf der Haut der blauhäutigen Ureinwohner. Besonders schön anzusehen sind die phosphoreszierenden Pflanzen, die Pandora bei Nacht in wunderschöne Farben Tauchen und für eine ebenso geheimnisvolle wie romantische Stimmung sorgen.
Die Handlung von Avatar ist nett, aber wirklich nichts Neues. Der Kritiker von Spiegel Online fühlte sich an Winnetou erinnert. Ich selbst dachte eher an Pocahontas. Der versehrte Marine Jake Sully soll in den eigens zu Spionagezwecken gezüchteten außerirdischen Körper schlüpfen und die Lebensgewohnheiten der Ureinwohner Pandoras (der Na’vi) auskundschaften. Dabei verliebt er sich sowohl in die Tochter des Stammeshäuptlings als auch in das unbeschwerte Leben der Na’vi.
Leider ist jede Wendung des Filmes absolut vorhersehbar, sodass es eigentlich nie einen Grund zum Zweifeln gab, dass Jake seine Angebetete bekommt und Pandora schlussendlich doch aus den Fängen der geldgierigen Industriellen gerettet wird. Ebenso eindimensional und vorhersehbar wie die Handlung sind auch die Protangonisten der Geschichte. Weder Sam Worthington (Jake Sully) noch Zoe Saldana (Neytiri) gelingt es, ihren Charakteren so etwas wie eine Seele zu verleihen. Im Kontrast zu den Standard-Bösewichten, dem martialischem Offizier Miles Quaritch und dem profitgierigen Industriellen Parker Selfridge wirken die beiden aber zumindest zu jedem Zeitpunkt ehrlich.
Nichts desto trotz war Pocahontas (und Winnetou übrigens auch) ein toller Film, der mich damals sehr berührt hat. Und so schafft es auch Avatar, mich für 2 Stunden zu verzaubern. Dieser Film ist wirklich großes Kino! Es gibt tiefe Gefühle, einen teuflischen Plan, verschlagene Bösewichte, eine schöne “Frau†und einen Helden, der alles zum Guten wendet. Das alles mit beeindruckenden Effekten garniert und in 3D serviert ergibt zusammen einen tollen Kino-Abend.
Einen Wermutstropfen muss ich aber leider noch ansprechen. Es scheint üblich geworden zu sein, bei längeren Filmen eine “Cola und Popcornâ€-Pause einzuführen. Ich kann verstehen, dass Cinestar Umsatz machen möchte, aber ich habe immerhin 11 Euro bezahlt um den Film OHNE (Werbe-)PAUSE zu sehen. Diese Pausen zerschneiden den Film und sorgen für Unruhe im Kino während der ersten Szenen nach der Pause. Das fand ich schon bei “Watchmen†sehr ärgerlich und auch “Avatar†hätte ich gerne ohne Pause gesehen. Schade drum.
December14
Dagegen sieht Jack Sparrow aber alt aus. In Ninja Assassin wirbeln die Shurikens, Katanas und abgetrennten Körperteile schneller durch die Luft als die Kamera gucken kann. Die akrobatischen Jungs hätten die Black Pearl schneller eingenommen, als die Besatzung “Prost!†rufen kann.
Die Story ist dabei so falch wie nebensächlich. Ein flüchtiges Mitglied eines Ninja-Clans will sich an seinem ehemaligen Meister dafür rächen, dass er ihm seine Kindheit gestohlen hat. Der wiederum lässt von seinen “Kindern†lieber irgendwleche Attentate ausführen. Ganz oben auf der Abschussliste steht natürlich sein verlorener Sohn. Eine Forensikerin von Europol gerät durch ihre Ermittlungen auch auf die Abschussliste der Ninjas. Der Rest ist eine aberwitzige Verfolgungsjagt quer durch Berlin.
Die Story ist in Ninja Assassin aber ungefähr genauso wichtig wie Dialoge in Pornos. Es geht um schön inszenierte Kämpfe und spannende Verfolgungsjagten. Wie wichtig die vielen Liter Theaterblut und allzu detaillierte Einblicke in das Innere einiger Köpfe ist, kann in Frage gestellt werden. Schön anzusehen ist in jedem Fall der Hauptdarsteller, der sich über eine Stunde lang quer durch seinen ehemaligen Clan metzelt. Der finale Kampf gegen den Meister im Dojo der brennenden Ausbildungsstätte fehlt natürlich ebenso wenig wie ein Happy End.
Ninja Assassin ist seichtes Popcorn-Kino für Martial Arts Fans. Wer sich vor chirurgischen Eingriffen ekelt oder großen Wert auf Tiefgang legt, ist in diesem Film eher schlecht aufgehoben. Die Einstufung ab 18 Jahre ist für diesen Film absolut gerechtfertigt. Wer Kill Bill und die Saw-Reihe gut fand, wird diesen Film auch mögen.
September10
Leider habe ich das Sneak-Highlight diesen Monat schon verpasst. Das Heißt nämlich “Oben”, ist der neue Pixar-Film und kam letzte Woche in der Sneak. Weil ich da aber mi Abwesenheit geglänzt hatte, habe ich mich gestern noch einmal vom Sofa hochgequält und bin ins Main-Taunus-Zentrum gefahren. Diese Woche wartete die Sneak schon wieder mit einem mit bis dahin unbekannten Film auf. Das liegt aber vermutlich daran, dass ich in letzter Zeit generell wenig ins Kino gehe. Der Titel “Extreme Movie” ist nichtssagend und hat mit dem Inhalt eigentlich nichts zu tun. Passend ist er aber trotzdem. Schließlich handelt es sich um einen Sketch-Film. Daher passt ein “*-Movie”-Titel einfach gut ins Gesamtbild und reiht sich bei seinen Vorgängern “Superhero Movie”, “Scary Movie” oder “Teen Movie” ein.
Extreme Movie verzichtet, abgesehen von einer kleinen generischen Teenie-Geschichte, komplett auf Handlung. Stattdessen hält eine Reihe ähnlich aufgebauter Sketche den Film zusammen. Verschiedene Episoden mit dem gleichen Humor unterbrechen die Teenie-Geschichte und sogen so für angenehme Abwechslung. Weil die Sketche garnicht erst versuchen, Teil irgendeiner Handlung zu sein, kommen sie herrlich entspannt rüber und machen einfach Spaß. In diesem Punkt hebt sich Extreme Movie angenehm von seinen “*-Movie”-Mitstreitern ab.
Für alle, die anspruchsvolles Kino wollen ist dieser Film aber trotzdem nichts. Im Grunde ist keiner der Sketche neu. Weder thematisch, noch vom Humor her hat sich der Auto des Drehbuchs irgendetwas Neues einfallen lassen. Bemerkenswet ist, dass mit dieser Film trotzdem Spaß gemacht hat. Das aber lag wohl weniger am Film selbst, sondern an der Sneak-Athmosphäre. Ein solcher Film provoziertda natürlich lustige bemerkungen und die Kino 10-Typischen Sprüche. Ich wäre wohl nie auf die Idee gekommen, mit diesen Film außerhalb der Sneak anzuschauen und vermutlich hätte er mir dann auch nicht gefallen. Extreme Movie ist definitiv ein toller Sneak-Film, aber fürs Wochenendkino einfach eine Spur zu albern.
August27
Jetzt, das ich auf einmal ziemlich selbstbestimmt bin was meine Zeiteinteilung angeht, war ich gestern seit Langem mal wieder in der Sneak. Insgeheim habe ich auf den neuen Pixar “up” gehofft. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht. Stattdessen bekamen wir Ang Lees “Taking Woddstock” zu sehen. Ich hatte bereits über die Presse von diesem Film gehört und war deswegen gespannt, zu welcher der weit auseinandergehenden Meinungen ich wohl kommen würde.
Es geht um eine jüdische Familie, die sich im Staat New York auf dem platten Land ein kleines Motel als Lebensgrundlage eingerichtet hat. Manels Gästen und sauberer Zimmer bleiben die Gäste aber aus. Daher steht auf dem Konto der Familie ein dickes Minus. Um seinen Eltern zu helfen ist Elloit aus New York nach hause gekommen und will das Motel mit einer “Kultur im Sommer”-Veranstaltung retten. Dieses Jahr jedoch bleibt es nicht bei einem Streicherquartett. Stattdessen holt er gleich einen Konzertveranstalter ins Boot, der ein großes Hippie-Konzert im Dorf veranstalten will. Obwohl Elliot und seine Eltern Anfags mit alledem ziemlich überfordert sind, fügen sie sich im Laufe der zeit in ihre Rollen und spüren die Liebe.
Mir kam es so vor, dass sich der Film tatsächlich über eine ganze Woche zieht. All das, was wir dort sehen mag ja künstlerisch wertvoll und authentisch sein. Kurzweilig ist es aber nicht. Vielleicht fehlt uns heute das verständnis für die Hippie-Kultur. Ich zumindest kann nicht nachvollziehen, was man an einem Film über bekiffte Kinder im LSD-Rausch gut finden kann. Vielleicht würden meine Eltern das anders sehen, schließlich findet meine Mutter “Hair” ja auch gut. Allen anderen kann ich von diesem Film eigentlich nur abraten.
August1
Seit 3 Wochen ist der Sommer-Blockbuster Harry Potter Teil 6 nun im Kino. Obwohl für meine Verhältnisse eher unüblich, habe ich recht lange gewartet, bis ich mir diesen Film angeschaut habe. Schuld daran sind die schlechten Erfahrungen mit enigen Kiddis, die ich leider während der Vorstellung von Transformers gesammelt habe. Das Gerenne, Getelefoniere und Getratsche im Kino ging mir doch ziemlich auf die Nerven.
Ich war bereits von den mauen Kritiken in den Feuilletons einier Zeitungen und auch von den ziemlich verhaltenen Tipps meiner Freunde geimpft, sodass ich nicht mit hohen erwatungen in den Film gegangen bin. Es hat sich herausgestellt, dass das auch gut war, denn alles in Allem ist der Film so langweilig wie die Buchvorlage.
Am ehesten kann man die Handlung vielleicht mit dem ersten Teil in Herr der Ringe vergleichen. Eigentlich passiert nicht viel, aber alles was passiert ist wichtig für das große Finale. So plätschert der zwei-einhalb atündige Film über die komplette Zeit ruhig vor sich hin. In Hogwarts gibt es Hormonprobleme und Eifersuchtsanfälle. Ganz nebenbei aber wird – wie üblich – versucht, den bösen Voldemort endlich zur Schnecke zu machen. Neben Albus Dumbledores Tod im wehmütigen Finale des Filmes, kann ich mich den Kritikern anschließen, die den Film schlicht als “langweilig” bezeichnet haben.
Es gibt keine schauspielerischen Höchstleistungen und auch keine besonders sehenswerte Tricktechnik. Wir sehen in Teil 6 nichts, was wir in anderen Teilen der Reihe nicht auch schon gesehen haben. Noch dazu kommt die störende Pause mitten im Film. Allen Harry Potter Fans würde ich daher raten, bis zur Veröffentlichung der DVD zu warten. Das Geld für Kino lont sich nicht.
July30
Wegen der Umzugsaktion heute, musste ich gestern – trotz Urlaub – leider auf die Sneak verzichten. Zum Glück war es der letzte Mittwoch im Monat, sodass es ja auch eine Classic Sneak gab. Gesehen haben wir, wie bereits der Titel des Posts vermuten lässt, den Science Fiction Film Gattaca.
Im Film geht es darum, wie eine Gesellschaft, die das Genom eines Menschen innerhalb von Sekunden entschlüsseln kann, mit den dadaurch gewonnenen Erkenntnissen umgeht. In Gattaca werden alle menschen von geburt an registriert und sind in einer weltweit verfügbaren Datenbank wiederzufinden. Dabei wird zwischen den “validen” und den “in-validen” unterschieden. Die validen sind menschen, deren Genom auf ein langes Leben, gute Gesundheit und hohe Intelligenz hindeutet, wärend solche die beispielsweise ein erhöhtes Risiko zur Gewaltbereitschaft oder Herzproblemen als in-valide beeichnet werden. Obwohl es per Gesetz verboten ist, Menschen wegen ihres Genoms zu diskriminieren, werden Einstellungstests in der Weltraumakademie Gattaca aussließlich anhand solcher Kritereien gemacht. Nicht diejenigen mit Talaent oder Willen werden genommen, sondern nur die “fittesten”.
Obwohl der in-valide Vicent gerne Astronaut werden möchte, bekommt er nie die Chance dazu, da es durch seine fehlerhaften Gene zur Unterschicht der gesellschaft zählt. Erst ein halbseidenes Geschäftmit dem Querschnittsgähmten Jerome verhilft ihm zu einem Wendepunkt im Leben.
Gattaca hat in Zeiten von Zensur, Designerbabys, 2-Klassen Medizin und der Diskussion über die Macht von Google einiges an Aktualität gewonnen. Obwohl der Film bereits über 10 jahre alt ist, macht die Vision vom entschlüsselten Menschen sehr nachdenklich. Soziale Diskriminierung gab es schon immer und in Zukunft wird sichdie Schere zwischen arm und reicht noch weiter öffnen. Vielleicht ist der Stoff, aus dem Gattaca ist also garnicht soweit hergeholt. Eine Veranlagung zu solchem Verhalten besitzt die Menschheit jedenfalls. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass wir technisch niemals in der Lage sein werden, ein Informationssytem wie das in Gattaca flächendeckend zu installieren.