Die Schnabelforelle

Ein in schnell fließenden Datenstömen heimischer Netzfisch

BÄM!

August16

Schöner Seitenhieb von Spiegel online über die meiner Meinung nach völlig überzogene Debattte über Datenschutz und Google Streetview. Da regen sich Leute, die davon keine Ahnung haben, mal wiedre über sinnlose Dinge auf, um von ihrem eigenen Unvermögen abzulenken:

“Da auch ihr Haus von Google-Kameras erfasst worden ist, will Aigner schon nächste Woche dort ausziehen und das Haus in die Luft sprengen lassen. Aigner erklärte, sie sehe keine andere Möglichkeit, der Missachtung des Datenschutzes durch Google Einhalt zu gebieten. Sie werde fortan in einer Erdhöhle im dunklen Wald hausen. Gleich nach der Sommerpause will Aigner zudem ein Gesetz auf den Weg bringen, das eine flächendeckende Sprengung aller von Google-Kameras erfassten Gebäude bis 2012 vorsieht. Die Spur der Verwüstung, die sich dann durch Deutschland ziehen werde, werde über kurz oder lang zwangsläufig dazu führen, dass Google von seinem schändlichen Treiben ablassen werde, so Aigner. Der Google-Konzern erklärte auf Anfrage, jetzt erstmal den Namen "Aigner" googlen zu wollen.”

Netiquette für Anfänger

June30

Inzwischen haben sich viele meiner Freunde gleichmäßig in der Gegend verteilt und weilen zumindest zeitweise in Teilen der Welt, die ich niemals besuchen wollte (z.B Astheim). Um aber trotz noch in Kontakt zu bleiben buhlen diverse soziale Netzwerke und vor allem Martführer Facebook um die Gunst der User.

Wie im richtigen Leben gibt es auch in Facebook unangenehme Zeitgenossen, die mir mit ihrem Postingverhalten gewaltig auf die Nerven gehen. Bei theoatmeal.com werden die 10 nervigesten Angewohnheiten vorgestellt. Besonders furchtbar finde ich aber die beiden Posting-Typen “Gamer”, dicht gefolgt von den “Quiz Takers”.

gamer 

quiz

Also, wenn das hier irgendwer liest, der auf meiner Freundesliste in Facebook steht. BITTE hört auf, mich zu sinnlosen Spielchen oder zu noch sinnloseren Qizzes, Orakeln und allem anderen einzuladen. Diese Dienste schießen leider schneller aus dem Boden, wie ich sie auf “ignorieren” stellen kann.

Klischees und Kalender

June9

Übermorgen geht sie los, die Fußball-WM in Südafrika und alle freuen sich drauf. Alles voran die Spanier, die meiner MEinung ach zu den ganz großen Favoriten zählen. Und damit die schonmal planen können, wann sie sich frei nhemen müssen, waren die Spanier so nett, einen echt tollen WM-Kalender zu basteln: Clicky zum Calendario.

König Fußball scheint inzwischen sogar die eher Football-begeisterten Amis annektiert zu haben. Diese jedenfalls gewinnen dieses mal den Preis für die beste Plakatserie. ESPN (wohl ein Sport-Sender) hat für jeden Teilnehmer ein Plakat designed und für alle, die gerade keine Zeit/ kein Geld haben, die Plakate live anzusehen, gibts die Plakate auch online: Clicky.

Ganz besonders schön finde ich das Plakat von Japan. Darin zeigen die Amerikaner, dass die Diskussion über Piraten und Ninjas für die WM unterbrochen wird und wir uns in der Zwischenzeit alle darauf einigen, dass die Samurai die coolsten sind.

Japan

Außerdem haben die Amerikaner seit 2006 den neuen Patriotismus in Deutschland anerkannt und finden es seit dem nicht mehr schlimm, wenn deutsche Reichsadler Fußball spielen und sich betont martialisch in Szene setzen. Dass mir ja keiner die falsche Strophe trällert bei der Nationalhymne!

Germany

Erwähnenswert finde ich außerdem “Olsen’s Eleven” aus Dänermark, die fliegenden Holländer und die asklappbare Schweizer Nationalmannschaft, mit der man alles machen kann – außer Fußball spielen  auch Fußball spielen. (Wie wir heute gegen die Spanier gesehen haben)

 Denmark NetherlandsSwitzerland

Mehr followers bitte…

January22

twitter_pants

Ja, wer hätte nicht gerne viele followers bei Twitter? Ähnlich wie bei Facebook ist die gefühlte Wichtigkeit der eigenen Posts umso größer, je mehr Followers mitlesen.

Für die modebewussten Geek-Mädels gibt es bei etsy.com lustige Stumpfhosen, welche die Anzahl der Followers im Twitter auf nur einer (LAN-)Party mindestens zu verdoppeln. Ich hätte auch gerne welche :( . Dummerweise versendet etsy.com nicht nach Europa. Und selbst wenn – ich hab eh keine Kreditkarte :(

So bleibt mir nur, ein dickes Daumen hoch an den Schöpfer dieses sau geilen Accescoires zu senden und die Hoffnung, dass es diese Strumpfhosen eines Tages auf getdigital zu kaufen gibt. Wer mir im Twitter folgen will, kann das übrigens auch hier tun. Ich würde mich freuen :)

Bei Thunderbird 3 blitzt es endlich

January15

Ich habe in der letzten C’t einen Artikel über Thunderbird 3 gelesen. Angeblich könne man den Donnervogel nun endlich benutzen. Besonders gespannt war ich auf das “Content browsing” mit dem ich auch Google Wave und Facebook direkt in Thunderbird nutzen kann. Doch was nutzt mir das, wenn Lightning nicht für Thunderbird 3 verfügbar ist? Vor 2 Wochen war genau diese Tatsache der Grund, warum ich die ersten Flugversuche von Tunderbird 3 schnell wieder abgebochen habe.

Heute habe ich mal nachgeschaut und habe gesehen, dass Lightning nun endlich auch für Thunderbird 3 verfügbar ist. So sind also alle Features beisammen und der neue Donnervogel kann loslegen. Standardmäßig hat Thunderbird 3 jedoch keinen Menüpunkt mit dem sich Google Wave oder Facebook öffnen lassen. Die C’t hat dafür aber auch schon einen Vorschlag für Abhilfe gemacht.

Mit Extras –> Fehlerkonsole öffnet sich ein Fenster, in dem man oben Befehle eingeben und anschließend mit <Enter> ausführen kann. Wie man Google Wave und Facebook in Thunderbird öffnet, erklärt Perun in seinem Blog.

Meistens erinnert sich Thunderbird an die neu geöffneten Tabs. Bei mir überleben sie aber leider kein Standby. Wenn ich möchte, dass die Tabs auf bleiben, muss ich Thunderbird vor dem Standby jedes mal beenden. Wenn das noch gepatcht werden könnte, kann Microsoft mit Outlook echt einpacken. Auf so etwas wie Content Browsing habe ich schon lange gewartet.

Wieder mal eine YouTube-Perle

December19

Dass das Internet für Pornos gemacht wurde, wissen wir ja spätestens seit dem Klassiker “Internet is for Porn” alle. In diesem Lied gibt es einen Erfahrungebericht mit der virtuellen Freizügigkeit…

Flutwelle, Tsunami, Wave

November17

Alldieweil wird viel geschrieben und noch mehr gelesen über Googles neues Wundermittel gegen all die lustigen und zeitraubenden Onlinedienste, mit denen derzeit viel Geld gemacht wird. Das Zauberwort heißt “Wave”.

Jeder redet darüber, jeder warten auf seine Einladung und ein paar hatten bereits die Ehre. Seit Samstag gehöre auch ich zum kreis der “Waver” und weis eigentlich gar nicht wieso es einen solchen Dienst nicht schon viel früher gab. An dieser Stelle ist die Frage danach, was dieses Wave nun eigentlich ist, angebracht.

Die Antwort ist gar nicht so einfach. Wave ist Email, Wave ist Instant Messenging, Wave ist Twitter, Wave ist ein Forum, Wave ist Flickr, Wave ist Facebook. Wave ersetzt keinen der aufgezählten allseits beliebten Dienste. Aber es ist das beste aus all diesen Welten.

Beliebig lange Nachrichten werden in Echtzeit versendet. Das Versenden fühlt sich dabei an, wie Twitter oder ein Chat. Wenn zwei gleichzeitig online sind, kann ich wie beim Instant Messenging die Aktivitäten meiner Chatpartner live sehen. Wie in einem Forum werden die Nachrichten übersichtlich gespeichert, sodass sich auch nach Wochen noch nachvollziehen kann, worum es ging. Es gibt die schönen Klick-Spiele von Facebook und die Bildergalerie von Flickr.

Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass ich leider nur 8 Einladungen habe. Außerdem werde ich in meinem Umfeld noch etwas Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit sich die Herrschaften einmal damit beschäftigen. Sobald Wave für alle geöffnet wird, setzt es sich hoffentlich durch. Google hat es wieder mal geschafft. Was mir jetzt noch fehlt, ist ein Android-Handy…

Sterbehilfe online

November12

Heute geht unter dem Niederlädischen Doimainkürzel *.nl eine Webseite online, auf der sich Tipps für einen “sauberen” Selbstmort finden lassen. In einem interview mit volkskrant.nl sagt ein betreiber der Webseite, dass es schon lange einen Bedarf nach solchen Tipps gebe.

Das Ziel des Angebotes seit demnach auch nicht, Menschen zum Selbstmord zu bewegen, sondern ihnen die Möglichkiet zu geben, diesen mit Würde durchzuführen. Sich vor den Zug werfen, anzünden oder aufhängen; all das ist schmerzhaft für die Selbstmöderder und sieht für die Retter auch nicht besonders nett aus.

Dewswegen finden sich auf der neuen Seite, deren Inhalte nur über einen kostenpflichtigen Zugang für 17,50€ pro Jahr bei einem Mindestater von 16 Jahren zuänglich ist, auch vor allem Tipps zum “richtigen” Umgang mit Medikameten. So könnten die Lebensmüden ihr Leben zumindest mit Würde beenden, so der Betreiber der Webseite.

Der geneigte Leser mag sich jetzt vielleicht fragen, ob der Staat solche Anleitungen überhaupt dulden sollte. Schließlich ist so ein Angebot im Grunde sowas wie aktive Sterbehilfe. Sol eine Seite fällt in die gleiche Kategorie wie die in Deutschland verboteten Ana-Blogs auf denen Magersüchtige Tipps zum Hungern veröffentlichen.

In den Niederlanden allerdings gibt es seit April 2002 ein vergleichsweise liberales Gesetz, das aktive Sterbehilfe nichtmehr grundsätzlich unter Strafe stellt. So ist aktive Sterbehilfe dann erlaubt, wenn der mindestens 16-Jährige Betrfoffene schrichftlich beurkundet hat, dass er nicht mehr Leben möchte. Danach müssen zwei Ärzte sogenannten “Sorfältigkeitsregeln” bevolgen, nach denen sie sich ein Bild davon machn müssen ob der Pantient nun wirklich sterben will. falls sie zu dem Schluss kommen, dass dies der Fall ist, dürfen sie ihm “medizinisch korrekt” beim Selbstmord helfen.

Die neue Webseite soll nun also die ärztliche Sorgfaltspflicht ersetzen. Dies scheint mir doch eine gewagte Tunnelung des Gesetzes zu sein. Der Passus, dass nur ein Arzt Sterbehilfe leisten kann macht den Missbrauch wenigstens ein bisschen schwierger. Mit Sicherheit sitzt aber auch mindestens ein Arzt unter den Betreibern der Webseite, sodass das Abgebot wahrscheinlich wirklich legal ist. Die Mitgliedschaft für 16,50€ pro jahr ist dann wohl die schriftliche Beurkundung des Sterbewunsches.

Ein bizarres Abgebot und troztzdem vielleicht so menschlich wie Sex-Seiten. In einem muss ich dem Betreiber recht geben: Kundschaft gibt es bestimmt. Die kann sich nun direkt und anonym informieren, ohne einem Freund oder Bekanten jemals die Möglichkeit geben zu müssen, über alles zu reden.

Olol, Longcat!

October29

longcatVsTacgnol

Ich habe Langeweile! Furchtbare Langeweile. Aber zum Glück gibt es Google. Das heutige Stichwort lautet “Longcat”. Nach ausführlicher Recherche bei Google habe ich – sozusagen als kreative Aufgabe für das heutige höchst kreative Seminar – diesen Desktophintergrund gebastelt.

Arbeitskraft im Ausverkauf

October10

Die auflagenstärkste deutsche Zeitung titelt heute “Lohn-Sauerei: Erste Chefs zahlen nur 1,50€ pro Stunde”. Zwar ist esschon fast ein Outing, öffentlich zuzuegeben, dass man diese Zeitung liest, aber nun ist es ja endlich raus.: Ja, ich lese Bild-Schlagzeilen. Und genau diese Schlagzeile war es, die mich daran erinnert hat, dass ich ja eigentlich noch etwas anderes bloggen wollte…

Ich war am Donnerstag im Supermarkt meines Vertrauens einkaufen, als ich ein Plakat von “Pit Stop” gesehen habe, das mich zum Nachdenken angeregt hat. Neben den üblichen saisonalen Sonderangeboten für Winterreifen und eine Klimainspektion (was immer das ist), gab es auch ein Plakat auf dem mit 50% günstigeren Arbeitstunden geworben wurde.  Ich weis zwar nicht, was der durchschnittliche Mechaniker bei Pit Stop pro Stunde verdient, ich kann mir aber vorstellen dass der Monatslohn wohl nicht gerade für die Luxusyacht auf Sylt ausreichen wird. Ich habe mich gefragt, ob die Mechaniker von Pit Stop dise Werbeaktion wohl auch so super finden, wie die PR-Abteilung dieses Unternehmens.

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Wir diskutieren derzeit über Mindestlöhne und darüber, dass Arbeitnemer trotz Vollzeit-Jobs noch mit Hartz4 bezuschusst werden müssen, weil ihr Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Diese tatsache ist nichts Neues. Umso wichtiger finde ich, dass dieser Misstand endlich einmal von der Presse mit der Aufmerksameit bedacht wird, die er braucht. Da bereichern sich Privatunternehmen an öffentlichen Geldern, indem sie darauf vertrauen dass sie ihren Angestellten weniger zahlen, als zum überleben notwendig ist. Der Staat steuert ja den Rest zu. Und alle, die Geiz immernoch geil finden unterstützen diese Ausbeute auch noch.

Über Werbeslogans lässt sich ja streiten. Zumal sie ja häufig absichtlich zu Kontroversen abstacheln sollen.  Doch im Gegensatz zum nach einem Planeten unseren Sonnensystems benannten Elektronikfachmarkt, bekommt Pit Stop damit nicht die Kurve. Günstige Winterreiten inklusive Montage dank Ausbeutermethoden. Das ist ehrlich – und bitter.

Das Plakat hängt heute übrigens nicht mehr. Vielleicht haben sich ja noch andere daran gestört.

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