Die Schnabelforelle

Ein in schnell fließenden Datenstömen heimischer Netzfisch

Da gehn sie hin, die Millionen…

July7

Im Fahrwasser von Weltmeisterschaften haben sich die Politiker ja schon einige “Lustige” Sachen ausgedacht, diese hier schlägt dem Fass allerdings den Boden aus. Vor nichtmal einem halben Jahr haben die hessischen Hochschulen den sogenannten “Hochschulpackt” unterzeichnet, in dem sie sich zu massiven Einsparungen verpflichten. Dadurch will das land hessen mehrer Millionen Euro sparen.

Inzwischen wird auch klar, wofür die ganzen Millionen eigentlich gebraucht wurden. Die Pappnasen von der CDU brauchten für ihre Ableger nämlich eine neue private Hochschule, weil die alten erstens staatlich und zweitens nicht elitär genug sind. Ich habe von der CDU ja noch nie viel gehalten, aber diese Aktion ist einfach das Letzte. Da zwingen sie die stattlichen Unis zu krassen Einschnitten und schieben dann ihren Günstlingen mal eben 30 Mio Euro in den Allerwertesten, weil sie gestern abend so nett zusammen Essen waren.

Dagegen sollte des ASTA mal protestieren (und nicht gegen den Bachelor!). Am besten wir  nehmen ein paar Tausend Leute mit, fahren zu der tollen Juristenklitsche nach Wiesbaden und fordern unsere Steuergelder zurück.

Manchmal könnt ich nurnoch schreien vor Wut… (Quelle: spiegel.de)

Für alle, denen es auch so geht gibt es zum Glück das Sorgentelefon, der Landtagsabgeordneten. Einfach auf www.hessischer-landtag.de gehen, links oben auf “Abgeordnete von A-Z” klciken, passenden Wahlkreis auswählen, Telefonnummer anrufen und den Abgeordneten verlangen. Dann einfach mal frei raus die Meinung sagen und entspannt wieder auflegen. Für alle, die lieber den indirekten Weg bevorzugen gibt es auf den Webseiten der Abgeordneten (z.B hier) auch die Möglichkeit, Feedback zu geben. Ich habs getan und es geht mir schon wieder ein bisschen besser – aber nicht viel. Armes Deutschland…

Kulturschock

June4

Wenn in der Zukunft eimal unsere Nachforger dir Trümmer unserer Ziviliation erforschen und dabei auf die Überbleibsel unseres Rechtssystems stroßen, dann werden sie voller Mitleid sagen: “Anwälte – ach ja. Sowas hatten wir ja auch mal. Aber seit wir herausgefunden haben, dass sie am Untergang der Kutur unserer Vorgänger beteiligt waren, haben wir sie alle hingerichtet. Es ist eben doch wichtig, dass man aus seiner Vergangenheit lernt.” (sinngemäß zitiert von Kai)

Mit Kulturgütern wie Filmen, Theater und Musik hat es sich bisher doch immer so verhalten, dass sie davon gelebt haben, unter den Menschen verbreitet zu werden. Was nutzt uns die schönste Melodie, wenn niemand sie kennt? Und wären Personen wie Shakespaere, Gouethe oder Brecht wohl jemals so berühmt geworden, wenn niemand ihre Stücke hätte sehen dürfen? Letztlich haben doch alle, die an Kultur teilnehmen auch etwas davon. Die Künstler, weil sie sich verwirklichen können und die Menschen, weil die Kunst ihr Leben bereichert (sofern sie denn gefällt, aber das ist wohl Geschmacksache).

Kultur bedeutet so viel wie etwas pflegen oder etwas ausbilden ( Quelle: Ethymologisches Wörterbuch). Wie aber können wir etwas kultivieren, wenn wir den Umgang mit Kulturgütern so wiet einschränken, dass die Pflege und Ausbildung von Kultur kaum noch möglich ist? Die Content-Industrie scheimt beim vermarkten von Kultur irgendwie vergessen zu haben, wovon sie eigentlich lebt: Nämlich vom Einfallsreichtum und der Kreativität von Menschen.

Stattdessen versucht die Content-Industrie bestmöglich, sämtliche Kretaivität und Einfallsreichtum zu unterbinden, indem mit allen Mitteln die Verbreitung von Kulturgütern rechtlich unterbunden wird. Der sogenannte “3. Korb der Unrheberrechtsreform” (TM), ist der nächste Angriff auf unsere Kultur. In diesem Film ist auch eindrucksvoll zu sehen wieso:

Entzaubert

May28

Im Uni-Spiegel ist heute ein Artikel zu lesen, wie der Student Adam Wheeler sich fast einen der begehrten Abschlüsse gesichert hätte – mit Stpendium und ganz ohne gutes Elternhaus oder außergewöhnlicher Begabung. (zum Artikel)

Statdessen hat er das komplette Elite-Uni System in den USA zum Narren gehalten und sich an allen sagenumwobenen Tests mit Leichtigkeit vorbeigeschmuggelt. Auf diese Weise hat er es beinahe geschafft ein Studium in Harvard abzuschließen, ohne dafür einen müden Dollar investieren zu müssen. So genial ich diesen Coup finde, so schade finde ich es auch, dass Adam zu ehrgeizig wurde und durch etwas zu gute Referenzen aufgeflogen ist.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Adman in Harvard nicht einmal besonders schlechte Noten hatte. Bei den Klausuren hat er nicht einmal geschummelt, sondern nur beim Zulassungsverfahren. Daraus könnte man auch schließen, dass ein Studium in Harvard nicht besonders schwer zu sein scheint. Jeder durchschnittlich Begabte kann es schaffen, wenn seine Eltern nur genügend Geld für die Uni haben. Das ist zwar in der Sache nichts Neues, der proof of concept fehlte aber bisher (Double-Bush mal nciht mitgerechnet). Dank Adam Wheeler ist es jetzt endlich offiziell:

Elite-Unis sind nicht einmal im Ansatz, was sie vorgeben zu sein. Das komplette Elite-Uni System ist von vorne bis hinten verlogen und dient einzig und allein dazu, die Reichen oben und die Armen unten zu halten. Die Lehre ist auch nicht besser als woanders und jeder durchschnittlich Begabte ist in der Lage einen Abschluss zu machen. Weiter so Adam!

Mundtot – aftermath

May6

Gestern war ein ebenso unproduktiver wie turbulemnter Tag. Der gestern schon hier beschriebene und kommentierte Forumspost und die anschließende Diskussion darüber am Fachbereich haben bis gestern Abend noch die Gemüter erhitzt.

Das Forum ist nun wieder online und der Thread des Astroßes existiert noch. Auch die zitierte Email kommt in anonymisierter Form immmernoch darin vor. Die Diskussion im Thread bewegt sich auch weiterhin auf einem sachlichen Level, den sie meiner Meinung nach nie verlassen hat.

Heute morgen lag eine Email von einem der klagewilligen Professoren in meinem Postfach. Darin wird ganz ausführlich aus dem Datenschutzgesetz und dem Grundgesetz zitiert. Er möchte uns damit wohl zeigen wie sehr der postende Student im Unrecht war. Natürlich wird er nur die Passagen zitiert haben, die seine Meinung untermauern. Mich persönlich überzeugt das wenig, denn auch in einer anonymisierten Form hätte dieser Post für viel Aufsehen gesorgt. Der klagende Prof hätte seine eigene Aussage ja schließlich auch darauf wiedererkannt und sich darüber aufgeregt.

Nun soll sich also die Fachschaft beim Dekanat und den Profs entschuldigen. Und zwar in hochoffiziellem Ramen bei der kommenden Fachbereichratssitzung. Wie ich einige der Kollegen in der Fachschaft kenne, werden sie das wohl auch machen. Ich jedenfalls werde mich für garnichts entschuldigen. Auch im Namen der Fachschaft fühle ich mich nicht verantwortlich, weil die Fachschaft bei der ganzen Geschichte überhaupt keine Schuld trifft. Wir haben die Anweisungen des Dekanats doch bereitwillig befolgt und sind den Profs und dem Dekanat damit sogar noch entgegen gekommen. Wofür sollte sich also ausrerechnet die Fachschaft bei dieser ganzen Sache entschuldigen? Weder die Profs noch das Dekanat hat sich hier wirklich um Deeslakation bemüht. Die einzigen, die kleinbei gegeben haben, ist die Fachschaft. Und dafür soll sie sich jetzt auch noch entschuldigen?

Der Titel “Passwort Frace” passt ja inzwischen in mehrerer Hinsicht. Nicht nur, dass Skripte nicht frei zugänglich gemacht werden, sondern auch die völlig sinnlose AUfregung über eine Nichtigkeit. Der Kommentar des Studenten war zwar provozierend, aber nicht beleidigend. Außerdem bleibt es eine Tatsache, dass die in der Mail zitierten Aussagen der Wahrheit entsprechen. Nicht nur der Umgang mit Passwörtern selbst ist eine Farce, sondern die ganze Diskussion darum gleich mit.

Eigentlich geht es hier doch nur darum, dass am Ende irgendwer schuld sein muss. Als Schuldeingeständnis soll der reumütige Schuldner dann öffentlich an den Pranger treten und sich in aller Form entschuldigen. Völlig egal, ob er nun tatsächlich allein schuldig ist oder nicht. Auf diese Weise werden ja nicht nur fachbereichsinterne Diskussionen beendet, so läuft es auch im “big business”. Einer muss seinen Kopf eben hinhalten.

Mundtot

May5

Es ist noch garnicht so lange her, da hab ich mich hier über Zensur und das Internet geäußert. Es ging um einen russischen Milliadär, der sich seine Unschuld an einem tödlichen verkehrsunfall erkaufen wollte und darum, ob Google in China bleiben wird oder nicht. All diese Dinge scheinen irgendwie weit entfernt und ich dachte immer: “Naja, andere Länder – andere Sitten. Sowas passiert bei uns ja zum Glück nicht mehr”. Einmal mehr muss ich mich selbst korrigieren:

Gestern Nachmittag fand eine Fachbereichsratssitzung an der Hochschule statt. Ein Tagesordnungspunkt dieser Sitzung war die Frage, ob Professoren ihre Skripte frei zugänglich machen sollten oder zumindest ein einheitliches Passwort dafür zu verwenden. Dieses Thema wurde etwa eine Stunde lang diskutiert, bis das Dekanat die Diskussion abgebrochen und einen Beschlussvorschlag zur Abstimmung gestellt hat. Der Antrag wurde abgelehnt. Während der Diskussion hat ein Student eine Auswahl der Argumente, die in der Diskussion angeführt wurden, mitgeschrieben und sie im studentischen Verteiler veröffentlicht. Bei jedem Argument war der Name desjenigen zu lesen, der es in die Diskussion eingebracht hatte. Ein anderer Student fand die Argumente der Professoren, die in dieser Email zu lesen waren so lächerlich, dass er im Forum der Fachschaft eine Diskussion gestartet hat, in der die Email des anderen Studenten vollständig (also inklusive der namen der Professoren) zitiert wurde.

Natürlich wurde diese Diskussion nicht zuletzt deswegen verfasst, um zu provozieren. Andererseits ist das Fachschaftsforum aber auch genau dazu da, solche Dinge zu diskutieren. Da dieser Thread einen Viewecount von fast 500 hatte, scheint es ja auch durchaus einen Diskussionsbedarf zum Thema “Passwortschutz für Skripte – Ja oder nein” zu geben. Einige der indirekt zutierten Professoren fühlten sich jedoch so missverstanden, dass sie im Dekanat ordentlich Druck gemacht haben. Zwei Professoren haben der Fachschaft sogar mit einer Klage wegen Verleumdung gedroht. Und das wohlgemerkt obwohl der Student, der diesen Thread gestartet war, garkein aktiver Fachschaftler ist. Da wir im Forum nicht die verantworten für alles Gepostete übernehmen können und darauf auch explizit hinweisen, hätte eine solche Klage also vermutlich wenig Chancen. (aber vielleicht liest dies hier ja auch ein Jurist, der mich aufklären möchte)

Heute Mittag schließlich kam der Dekan in die Fachschaft und hat uns aufgefordert, das Forum umgehend abzuschalten. Falls nicht würde er uns dazu zwingen, den Stecker für den Server zu ziehen. Zu meinem persönlichen Bedauern haben sich die zwei Leute, die zu diesem Zeitpunkt in der Fachschaft waren, davon beeindrucken lassen und das Forum mit dem Hinweis “Auf Anweisung des Dekanats ist das Forum aktuell offline” gesperrt. Nun haben sich also alle drei Parteien irgendwie lächerlich gemacht. Die zwei Profs mit ihrer völlig überzogenen Reaktion, die Fachschaft weil sie sich vom Dekanat bevormunden und einschüchtern lässt, und das Dekanat weil die Studenten (repräsentiert durch die vielen Posts im Forum) mundtot gemacht wurden.

Von wegen Zensur und Bevormundung gibt es bei uns in dieser Form nicht mehr. Offensichtlich wird sie praktiziert und es ist nicht einmal irgendjemandem Peinlich. Das Forum (http://forum.fbihome.de/) ist von überall her abrufbar und jeder kann sich einen Account machen. In genau diesem Kusammenhang wird immer wieder das Killerargument gebracht, dass Arbeitgeber sowas ja finden, es negativ bewerten und einen deswegen nicht einstellen. Dass es genau diese Dinge sind, mit denen man nicht nur sich selbst, sondern den kompletten Fachbereich (Im Falle der Profs also einen Arbeitgeber) ins Abseits befördert, ist vor lauter Angst vor einen schlechten Ruf im Internet wohl irgendie ins Hintertreffen geraten. Dabei waren die Zitate nicht einmal falsch. Sinngemäß haben die Betroffenen das wirklich so gesagt. Der Hund, der bellt ist eben immer auch derjenige, der gemeint ist. Und Hunde die bellen, beißen nicht.

Amore – aber sicher!

March10

Während in Deutschland noch fleißig Missbrauchsskandale an katholischen Schulen aufgeklärt werden und die Täteer trotzdem keine Konsequenzen tragen müssen, sind die Italiener schon einen Schritt weiter. Das römische Kepler-Gymnasium hat nämlich auf den Toiletten jetzt Kondomautomaten installiert. Die Gummis gibt es dort anonym und wesentlich günstiger als in der Apotheke zu kaufen.

Die berechtige Hoffung dabei ist natürlich, dass Jugendliche diese Automaten auch benutzen, bevor es zur Sache geht. Gemeinsam mit passenden Aufklärungsseminaren zum Thema AIDS will die Schule aktiv gegen die Immunschwächekrankheit vorgehen. Überflüssig zu erä¤hnen, dass die Schüler die neuen Automaten ebenfalls für eine gute Sache halten (wenn auch vermutlich aus anderen Gründen :) ).

Die einzigen, die komischerweise ein Problem mit den Kondomautomaten haben, sind die Vertreter der Kirche. Sie sind der Ansicht, dass Sexualität durch die Automaten banalisiert werde und das neue Angebot zu Kurzschlussreaktionen verleite. (Quelle: heute.de)

Ob man nun auf Quickies steht oder nicht, ist sicher Ansichtssache. Die Kirche sollte vielleicht erstmal ihr eigenes, offensichtliuch gestörtes Verhältnis zur Sexualität in den Griff bekommen, bevor sie andere kritisiert. Entweder reden die Kirchenleute in Rom da von Dingen, von denen sie selbst überhaupt keine Ahnung haben, oder aber die hochheiligen Würdenträger haben da mal genauer recherchiert als es dem Papst lieb ist. Der liebe Gott jedenfalls scheints nicht weiter schlimm gefunden zu haben. Immerhin sind die Kirchenvetreter ja alle im Auftrag des Herrn unterwegs.

Ich möchte den Vertretern der Kirche an dieser Stelle mal die Worte eines viel zitierten Pinguins ans Herz legen, bevor sie sich wieder mal in Dinge einmischen, die die überhaupt nichts angehen:

Krieg im Namen des Friedens

December10

Es ist seit heute Mittag in den Nachrichten, obwohl wir diese neuigkeit eigentlich schon alle kennen. US-Präsident Barack Obama bekommt dieses Jahr den Friedens-Nobelpreis. Die Begründung des Komitees lautet, dass er im vergangenen Jahr  schneller Reformen durchgezigen habe, als jeder andere internationale Politiker. Daher habe er sich durch das außerordentliche Engagement auch diesen Preis verdient.

Diese Begründung finde ich so kreativ wie sie an der Haaren herbeigezogen zu sein scheint. Selbst der Preisträger selbst versucht sich nach Kräften für den Preis zu rechtfertigen. Schließlich hat er selbst  vor 2 Wochen beschlossen, 30 000 Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Bemerkenswert für einen Friedensnobelpreisträger.

Weil Barack Obama aber ein gute Redner ist, der es versteht sich in der Öffentlichkeit sympatisch zu präsentieren, redet er den Leuten nach dem Mund. Er sagt, er hbe den Preis genau deswegen nicht verdient. Schon im nächsten Satz aber rechtfertigt er den Solateneinsatz damit, dass er die Gewalt im Namen des Friedens anwenden müsse. Das mag richtig sein. Schließlich ist die Sicherheit und das internaionae Ansehen der USA ja Teil seiner Arbeit.

Und obwohl die Anwendung von Gewalt Obamas Job ist, frage ich mich wie das Preiskomitee des FRIEDENSnobelpreises dieses Vorgehen auchnoch für anerkennungswürdig hält. Die Botschaft, dass es gute und schlechte Gewalt gibt, halte ich für falsch. Es ist verlogen, muslimische Extremisten zu verurteilen und gleich im nächsten Beitrag Lobenshymnen auf die gegnerische Partei in diesem Krieg zu singen. Mit Frieden hat das jedenfalls nichts zu tun.

Vielleicht fehlt es dieser Welt aber auch einfach an geeigneten Kandidaten. Wenn ich mir die Nachrichten so anschaue, könnte ich das fast glauben. Ich bin gespannt, wer den Friedensnobelpreis das nächte mal bekommt. Vielleicht zur Abwechslung mal ein muslimischer Terroristenführer? Der hat schließlich auch Gewalt für seine gute Sache angewendet. Die Ungläubigen müssen schließlich entweder bekehrt oder vernichtet werden.

Allah ist groß!

Zeichen und Wunder

December8

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Gerade diese Jahreszeit soll ja prädestiniert sein, für eben solche unerwarteten Erscheinungen, die auch ganz gerne als Wunder bezeichnet werden. Im Gegensatz zum letzen Jahr bin ich sogar richtig in Weihnachtsstimmung und kann ich über die Lichter auf den Straßen, den Glühwein und sogar über die Lebkuchen freuen.

Von letzteren habe ich heute auch einige gebraucht, um zu meiner persönlichen Erkenntnis des Tages zu gelangen: Alles was an der TU so über Berechenbarkeit und Komplexitätstheorie erzählt wurde, ist nicht einmal halb so mystisch wie es aussieht. Ich würde sogar soweit gehen, dass Zauberformeln wie Turing-Berechenbarkeit und Zeitkompression nichts weiter sind, als die komplizierte Formulierung völlig logischer und in sich schlüssiger Sachverhalte.

Im Nachhinein weis ich gar nicht mehr so genau, woran ich mir eigentlich 4 Semester lang die Zähne ausgebissen habe, nur um dann doch herausgeprüft zu werden. Alles was ich dazu gebraucht habe, war neue Motivation, einen Prof. den es interessiert ob ich etwas verstehe oder nicht und etwas Zeit und Übung.

Und jetzt wo ich es verstanden habe, macht es eigentlich sogar Spaß. Faszinierend!

Nostalgie zum Mauerfall

November9

“Stellt euch mal vor, es ist Arbeit und keiner geht hin.”

Diese recht linksradikal angehauchte parole scheint derzeit wieder in Mode zu kommen. So zumindest urteilt der Spiegel, der heute über die Ergebnisse einer Umfrage berichtet, die in 27 Ländern weltweit durchgeführt wurde. Bei der Umfrage ging es darum, wie zufrieden die Menschen mit ihrem jeweiligen Wirtschaftssystem, dem Kapitalismus, sind und was sie ändern würden.

Es dürfte klar sein, warum dieser Artikel ausgerechnet am 20sten Jahrestag des Mauerfalls veröffentlicht wird. Immerhin markierte dieses Ergeignis doch vermeintlich den Sieg der freien Marktwirtschaft über die Planwirtschaft. Nun, 20 Jahre “danach” also rufen viele Menschen weieder nach stärkerer Regulierung der Wirtschaft durch den Staat und eine gleichmäßigere Verteilung des Wohlstandes in der Gesellschaft.

Auslöser für diesen Kurswechsel ist unter anderen sicherlich die KRISE. Ob das der einzige Grund dafür ist, dass so viele Menschen unzufreiden sind, bezweifle ich aber. Ich denke vielmehr, dass es ohnehin immer eine gewisse “Grundunzufreidenheit” mit dem gerade vorherrschenden System gibt. Die leute wollen eben immer genau das, was sie gerade nicht haben. Außerdem gab es ja auch im kapitalistischen Alltag immer linke Strömungen, die sich für den Sozialismus eingesetzt haben.

Wenn in der Umfrage auße nach bloßer Unzufriedenheit gefragt worden wäre, was sich denn ganz konkret ändern müsse, wäre die Ausbeute an Vorschlägen auch sicherlich eher mau ausgefallen. Einen Sozialismus wie in der Sowjetunion wollen die Menschen dann nämlich auch wieder nicht.

Die Frage ist also, wie aussagekräftig diese Studie, die ausgerechnet zum 20stem Jubiäum des Mauerfalls veröffentlicht wird, wirklich ist. Mit Sicherheit hat es durch die KRISE einen allgemeinen Stimmungswandel gegeben. Doch, ob der Leidensdurck wirklich für einen nachhaltigen Stimmungswechsel reicht möchte ich zumindest für Deutschland stark bezweifeln. Dazu fehlt hierzulade erstens eine ordentliche Protestkultur und außerdem haben wir ja auch schon schlimmere Zeiten durchgestanden. Nicht wahr!?

Ganz neue Töne

September24

Da öffnet man nichtsahnend an einem etwas trüben Urlaubstag man den Uni-Spiegel und schon kommen einem da ganz neue Töne von den unis zum Thema Promotionsrecht entgegen. Aktuell ist dieses Thema ja nicht erst seit dem Bologna-Prozess. Durch die Gleichmachung der Abschlüsse von Unis und FHs, hat die Diskussion um das Promotionsrecht aber erst in letzter Zeit wieder frischen Wind bekommen. Bis vor etwa einem Jahr war mit persönlich diese Diskussion noch egal. Jetzt aber, wo ich gesehen habe, wie es “draußen” abkäuft, habe ich eigeltich schon keine große Lust mehr auf die Arbeitswelt. Das wissenschaftliche Arbeiten liegt mir wesentlich besser und macht mir auch viel mehr Spaß, als dieser buisness-as-usual-Einheitsbrei.  Im Stuium habe ich Spaß aber kein Geld – auf der Arbeit hatte ich Geld aber keinen Spaß. Daher habe ich auch die Fühler mal ein bisschen ausgestreckt in Richtung PHD.

Auf diesem Wege ist mir auch bewusst geworden, wie schwierig es ist, aneiner FH ein Forschungsprojekt zu starten und dafür Gelder zu beantragen. Ein Forschungsetat von 200 000 Eoro im Jahr ist im Vergleich zu dem Budget einer Universiät wirklich lächerlich. Auch das im Artikel erwähnte “du musst es wirklich wollen”, habe ich schon selbst erfahren. Die im Spiegel als kooperationsbereit hingestellte TU-Darmstadt nimmt zwar Master-Absolventen der H_DA auf, legt ihnen aber doch ziemlich viele Steine in den Weg. Im Prinzip muss der PhD-Anwärter von der H_DA 2/3 des Masterstudiums noch einmal wiederholen. Da geht schonmal ein komplettes Jahr nur fürs studieren drauf. Von zusätzlichen Pflichten eines Doktoranden an der TUD, wie Praktika betreuen und Klausuren korrigieren mal ganz abgesehen. Das könnte eng werden mit den drei Jahren.

Trotzdem gibt mit allein die Medienpräsenz des Themas Grund zur Hoffnung, dass es für mich in etwa einem Jahr vielleicht gut aussehen könnte. Wer weis schon, was die Zukunft da bereit hält.

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