Typisch
Über die Qualität des Kaffees hier in Norwegen habe ich mich ja schonmal ausgelassen. Daran müssten Norweger definitiv noch feilen. Gut hingegen ist, dass es hier üblich ist, seinen ersten kaffee zu bezahlen und sichd ann so oft nachzuschenken, wie man möchte. Wenn ich mir mit 3x Koffeinwasser einen Flash vepassen will, dann bin ich preislich wieder auf dem Niveau von Deutschland.
Da Bier ist hier – wie alle andere alkoholischen Getränke – ein teures Luxusgut. Für die 25€, die hier ein Sixpack Bier kosten, bekomme ich in Deurschland 2 Kästen inklusive dem dazugehörigen Vollrausch. Andererseit schmecken teure Dinger ja persé immer besser, weil man sie vorher ja teuer bezehlen musste. Das gilt für norwegisches Bier nur eingeschränkt. Ich kann es inzwischen absolut nachvollziehen, wieso die Norweger zum Bier saufen auf internationale Gewässer raus fahren und da Wahrsteiner aus Dosen trinken.
Die Norweger sind auch aus guten Grund nicht berühmt für ihre tolle Baukunst. Wofür sie aber wirklich einen Preis verdienen ist das Bepflanzen öffentlicher Plätze. Jetzt im Sommer blühen alle Brücken, Kreisel, Parks und Wiesen in allen Farben. Das haben sie wirklich gut hin bekommen. Da finde ich es wirklich schade, dass der Sommer hier in 4 Wochen rum ist.
Auch sonst ist das Land zu Recht für seine Natur berühmt. Vom Wohnheim aus kann ich entweder in 10 Min mit dem Bus herunter zum Yachthafen fahren, von wo aus man einen tollen Blick auf den See hat. Auch von hier oben kann man von manchen Plätzen aus schön ins Tal sehen und bei klarem Wetter fast bis nach Lillehammer schaun. Oberhalb der Stadt ist ein kleines Waldstück wo es typisch nordischen Nadelwald zu bestaunen gibt. Durch das feuchte Klima hier ist in diesem Wald wirklich jeder Quadratzentimeter grün. Der Boden ist übersäht mit verschiedenen Moosen, Flechten und Pilzen. Es ist so still dort oben, dass man außer das rauschen des Windes und ein paar Vögel nichts hört. Wirklich schön – dort werde ich noch öfter hin laufen, wenn ich mal Entspannung brauche.
Was als skandinavisches Exportprodukt in Deutschland immer mehr Anhänger findet, ist Mode. Labels wie Nümph, Hümor und Rütme erobern ja derzeit deutschlands Klamottenläden. Das kann ich persönlich (bis auf einige wenige Einzelstücke) nicht verstehen. Der hiesige Modestil arbeitet viel mit weiten Oberteilen Pasetelltönen, die zu schwarzen oder grauen Leggings kombiniert werden. Die Teile sind meistens mit filigranen, kitschigen Rüschen oder nicht weniger kitschigen Stickereien versehen. Das geht wirklich nicht! Der Frankfurter würde den hiesigen Stil wohl am ehesten mit “Labbe un’ Lumbe! kommentieren. Das, liebe Norweger können die Spanier wirklich besser.
Geil wiederum ist das Musikprogramm im Radio, das die Busfahrer hier immer hören. Das sind wohl alles alte Hasen, die in den 90er zu Eurotechno abgegangen sind. Das ist jedenfalls der perfekte Gute-Laune Mix für den frühen Morgen. Schade, dass auch in norwegischen Radio (wie auch in Spanien oder Italien) im Durchschnitt mehr geredet wird als es Musik gibt.
Trotz Allem steht eins schonmal fest: So schön wie daheim ist es nirdengwo. Aber es lässt sich schon aushalten. Es gibt unangenehmere Ort auf der Welt





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